„Unerwartet bekannt“

– wie ein Buch und Kommunikation zusammenwachsen

 

 

Bis Januar 2018 ging es für mich und sam waikiki vor allem um die Vorträge von Sven Enger, um seine Positionierung als Keynote Speaker für den digitalen Wandel. Darum das, was zunächst autodidaktisch und im Kleinen begonnen hatte, weiter auszubauen und zu schärfen. Schnell war jedoch klar, dass es um viel mehr geht, als einfach nur einen Foliensatz zu designen – es galt die Vorträge zum spannenden Thema „Digitale Transformation“ auch inhaltlich im Sinne eines Sparrings weiterzuentwickeln. Dabei musste deutlich werden, dass Digitalisierung nicht vorrangig Technologie meint, sondern die damit verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen. Die Zunahme seiner Buchungen für verschiedenste Roadshows im letzten Quartal 2017 haben der gemeinsam erarbeiteten Strategie und Positionierung recht gegeben.

Und dann kam die Veröffentlichung des Buchs von Sven Enger „Alt, arm und abgezockt“, über Altersarmut und den Niedergang des Systems der privaten Vorsorge. Im Vorwege gefragt, was er sich von dieser Veröffentlichung erhoffte, wurde eines deutlich: er rechnete keinesfalls mit Bekanntheit– eher damit, im allgemeinen Mediendschungel unterzugehen. Dank der professionellen Pressearbeit des Ullstein-Verlags, erschien am Tag vor der Veröffentlichung ein kontrovers geführtes Interview im Stern. Der Grundstein für „unerwartet bekannt“ war gelegt.

Ganz schnell ging es nicht mehr um das Koordinieren von Presseanfragen, das Versenden von medienadäquaten Fotos und darum, im ersten Schritt die Kommunikation mit Medienvertretern zu übernehmen. Plötzlich stand wieder stark die Frage der Positionierung im Vordergrund – denn diese drohte zu stark in Richtung Finanzexperte zu driften. Zu drastische Schlagzeilen mussten ausgemerzt werden und die verkürzten Darstellungen zu Inhalten und seiner Person verhindert werden. Es ging also um nicht weniger als klare und zielgerichtete Kommunikation – vor allem in Worten und viel weniger in visueller Ausgestaltung, als wir sonst bei sam waikiki unsere Kunden beraten und betreuen.

In den ersten zwei Wochen nach der Buchpublikation kam es darauf an, deutlich zu machen, dass es Sven Enger – trotz provokanter und von den Medien viel zitierten Aussagen wie „raus aus der Lebensversicherung“ – um viel mehr als die (häufig unterstellte) Verkaufsabsicht und Kritik an Versicherern geht. Es geht ihm darum, Mut zur Veränderung zu machen und alle Beteiligten zu einem offenen Diskurs über die Zukunft der Vorsorge und die damit verbundenen Chancen der Digitalisierung aufzufordern. Wer Sven Enger kennt, weiß, dass eine gewisse Provokation zu seinem Auftreten gehört – was in den Vorträgen einen Teil seines Erfolgs ausmacht. Für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist diese Art der Kommunikation jedoch schwierig – wer möchte seine Leser nicht mit einer provokanten Schlagzeile zum Kauf überreden? Aber für sam waikiki gilt: passt das immer auch zu den Kommunikationszielen unseres Kunden?

Die Teilnahme an der Fernseh-Diskussion „Hart aber fair“ und eine Vielzahl von Veröffentlichungen in Magazinen und Tageszeitungen haben gewiss den Bekanntheitsgrad gesteigert. Jetzt kommt es darauf an, diese Bekanntheit zu nutzen und die Positionierung weiter zu schärfen, um die eigene Botschaft verständlich zu machen, damit er noch wahrnehmbarer für Unternehmen und Institutionen zu einem gefragten Experten und Keynote Speaker für den digitalen Wandel wird und die damit einhergehenden Herausforderungen für Unternehmen, ihre Mitarbeiter und Führung, doch insbesondere für unsere Gesellschaft ins Bewusstsein rückt. Dafür werden wir das Angebot an Vorträgen gemeinsam weiter ausbauen, die Webseite überarbeiten und über Blog- und Videobeiträge, Pressearbeit und zielgerichtete Social Media-Kommunikation die öffentliche Präsenz stärken.

Für die Veröffentlichung seines nächsten Buches gilt: Rechne nie damit, dass es keinen interessiert! Ich freue mich, mit sam waikiki die spannende Reise kommunikativ zu begleiten, gemeinsam weiter zu lernen und mein Know-how in eine persönliche Marke und nicht nur in Unternehmensmarken einzubringen.